Dr. Marie-Luise Springmann

Psychologische Beratung und Begleitung

Ich biete psychologische Beratung und Begleitung für erwachsene Einzelpersonen oder im Mehrpersonensetting (also gemeinsam mit wichtigen Bezugspersonen) an. Dabei möchte ich Sie empathisch und fachlich fundiert in Ihrer aktuellen Entwicklung begleiten und bei Krisen oder Herausforderungen unterstützen – flexibel und ortsungebunden per Videocall.

Meine Arbeitsweise


Ausgangspunkt meiner Arbeit ist das empathische Zuhören und Nachvollziehen der Anliegen und Erfahrungen meiner Klient*innen. Dabei ist es mir wichtig, jede Person in ihrer individuellen Lebensrealität ernst zu nehmen und ihre Einbettung in soziale Systeme und Strukturen miteinzubeziehen. Darauf aufbauend biete ich psychologisch fundierte Perspektiven und Methoden zu Einordnung und Klärung, aber auch Perspektiverweiterung und Lösungsfindung an.

traumainformiert

Eine wichtige Grundlage meiner Arbeit besteht in einem traumatherapeutischen Verständnis von psychischen Prozessen und Prägungen. Dies kann sich einerseits auf traumatische Erlebnisse wie Unfälle, Katastrophen und Gewalterfahrungen beziehen, andererseits auch auf subtilere Arten von Traumatisierungen, bei denen Grenzen übergangen und Bedürfnisse missachtet wurden. Diese können häufig passieren, wenn wir in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Jemandem stehen (z.B. als Kind gegenüber erwachsenen Bezugspersonen). Auch wenn ich im Rahmen der Beratung und Begleitung keine Traumatherapie anbieten kann, ist ein Verständnis davon, wie Traumatisierungen wirken und unser Nervensystem, unsere Gefühle, Gedanken und sozialen Beziehungen beeinflussen, zentral für meine Arbeit.

körperorientiert

In meiner wissenschaftlichen Tätigkeit habe ich mich intensiv mit den Themen Körperbezug und Körperbild beschäftigt. Für viele Menschen ist die Beziehung zum eigenen Körper ein schwieriger Bereich, der weit über die triviale Beschäftigung mit dem Aussehen hinaus geht. Zudem bin ich der Überzeugung, dass die Bedeutung unserer körperlichen Erfahrung für psychische Prozesse im Alltag oft unterschätzt wird. Deswegen beziehe ich die körperliche Erfahrung gerne in meine Arbeit mit ein – z.B. durch Methoden des Spürens von Emotionen und Impulsen oder durch Techniken zur Regulation des Nervensystems.

diskriminierungssensibel

Menschen sind evolutionär bedingt soziale Lebewesen – daher ist unser Gefühl von Gemeinschaft, Verbundenheit und Würde zentral für unser psychisches Wohlbefinden. Dennoch leben wir in einer Welt, in der Menschen aufgrund sozialer Merkmale wie Geschlecht, Herkunft, Aussehen, etc. immer wieder Abwertung, Ausschluss und Gewalt erfahren. In meiner Arbeit ist es mir wichtig, diese Erfahrungen anzuerkennen und miteinzubeziehen. Dabei bemühe ich mich, auch mich selbst, meine eigene soziale Position und Sichtweisen kritisch zu reflektieren.

Praktische Arbeitsschwerpunkte


Psychische Belastungssituationen, Symptome von Depression, Angst und Trauma, Schwierigkeiten mit Körperbezug und Essverhalten, Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, Selbstwert und soziale Schwierigkeiten, Aushandeln von Bedürfnissen und Kommunikation in nahen Beziehungen, Sinn- und Entscheidungsfindungsprozesse

Was ist der Unterschied zu Psychotherapie?


Psychotherapie ist als Heilbehandlung für psychische Erkrankungen definiert, hat also einen klaren Fokus auf krankheitswürdige psychische Symptome und deren Behandlung. Sie kann beim Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose von den Krankenkassen übernommen werden. Psychologische Beratung und Begleitung kann sich hingegen auf diverse Lebenslagen und Anliegen beziehen. Eine Diagnose ist dafür nicht notwendig, aber die Krankenkassen übernehmen die Kosten auch nicht. Psychologische Beratung und Begleitung kann flexibel erfolgen, sowohl als einzelne Sitzungen als auch als längerer gemeinsamer Prozess. Beratungsangebote können auch als erste, schnell verfügbare Anlaufstelle genutzt werden, wenn der Wunsch oder Bedarf für Psychotherapie noch nicht geklärt ist oder Psychotherapie aufgrund von Wartezeiten oder anderen Barrieren (noch) nicht zugänglich ist.

Psychotherapie darf in Deutschland nur anbieten, wer – zusätzlich zu einem Studium der Psychologie oder Medizin – eine mehrjährige Ausbildung in einem anerkannten psychotherapeutischen Verfahren absolviert und mit einer Approbationsprüfung abgeschlossen hat.

Ich bin seit 2022 in der Ausbildung zur systemischen Psychotherapeutin am Systemischen Institut der Uniklinik Freiburg und arbeite im Rahmen dieser Ausbildung auch psychotherapeutisch. Im freiberuflichen Kontext werde ich erst nach Abschluss meiner Ausbildung (voraussichtlich 2027) Psychotherapie anbieten können – lasse meine Erfahrung und Fachwissen aber selbstverständlich auch in meine Beratungstätigkeit einfließen.

Was ist der Unterschied
zur Beratung in einer Beratungsstelle?


Für viele Problemlagen gibt es Beratungsstellen, die auf bestimmte Themenbereiche spezialisiert sind (z.B. Familie und Erziehung, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Sucht, sozialrechtliche Fragen, etc.) und deren Angebote oft kostenlos verfügbar sind. Es macht Sinn, zu prüfen, ob eine Beratungsstelle Ihnen weiter helfen kann. Mein Angebot verstehe ich im Vergleich dazu als weniger an ein bestimmtes Thema gebunden und flexibel in der Intensität und Länge. Ich bin bereit, mit Ihnen in die Tiefe zu gehen und meine klinisch-therapeutische Erfahrung sowie mein psychologisches Fachwissen miteinzubringen.